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Hanföl - Hanfsamenöl

Hanföl, Hanfsamenöl, CBD Öl – alle Extrakte werden aus der Hanfpflanze gewonnen und können zu verschiedenen therapeutischen Zwecken angewendet werden. Doch worin unterscheiden sie sich, wie wirken sie und welche einzelnen Vorteile können ihnen zugeordnet werden?

Inhalt

 

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Hanf?

Hanf wird bereits seit tausenden Jahren auch zu medizinischen Zwecken verwendet. Das Hanf oder Cannabis, aus dem griechischen kánnabis = Hanf) ist eine einjährige, zweihäusig getrenntgeschlechtliche Pflanze, die ursprünglich aus Zentralasien stammt. Wissenschaftlich wird sie auch Cannabis Sativa L. bezeichnet.

Im Cannabis konnten bisher über 500 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden. Dazu zählen u.a. Cannabinoide, Proteine, Aminosäuren, Ätherische Öle (Terpene). Die Zusammensetzung unterscheidet sich auch in Abhängigkeit von der Gattung der Cannabispflanze, das heißt ob es eine Indica, Sativa oder eine Hybride ist. Für die medizinische Anwendung spielen die Cannabinoide und Terpene eine wichtige Rolle. Zu den wichtigsten Cannabinoiden gehören THC und CBD. Beide wirken verschieden auf den menschlichen Körper und beeinflussen somit ihre spezielle Anwendung und auch, ob ihre Verwendung in Produkten legal ist oder nicht. THC wirkt u.a. psychoaktiv und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Blüten und THC Extrakte sind nur auf Rezept erhältlich. Cannabidiol hingegen ist nicht psychoaktiv, daher können CBD-Produkte vertrieben werden.

Im Laufe der Zeit hat sich folgende umgangssprachliche Differenzierung durchgesetzt: enthalten die Pflanzen das psychoaktive THC, so spricht man von Cannabis. Enthalten sie kaum oder kein THC, werden sie als Hanf bezeichnet.
Daher rührt auch die unterschiedliche Bezeichnung zwischen Cannabisöl und Hanföl. Cannabisöl wird aus den Blüten von THC-reichen Pflanzen extrahiert. Als Hanföl wird im klassischen Sinne Öl bezeichnet, welches aus Hanfsamen gewonnen wird. In letzter Zeit werden aber auch Vollspektrum, oder CBD – Extrakte, als Hanföl bezeichnet.

Es mag etwas verwirrend scheinen, aber alle Öle basieren auf der gleichen Pflanzenart Cannabis Sativa L.

 

Was ist Hanföl

Hanföl - Vorteile

Als Hanföl wird umgangssprachlich das aus Hanfsamen gewonnene Öl bezeichnet. Hanfsamenöl ist ein hochwertiges Speiseöl, welches in zahlreichen Bioläden zu finden ist. Aber auch in Körperpflegeprodukten kommt es verstärkt zur Anwendung. Hanfsamen entstehen beim Anbau von Nutzhanf. Zu den ertragreiche Sorten diesbezüglich zählen USO 31, Fedora 17, Felina 32, Earlina 8 oder Ferimon. Durch so genannte Kaltpressung bei 40-60 Grad wird das Öl schonend aus den Samen gepresst, und somit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.

Hanföl findet Anwendung in der Küche bei Zubereitung von Salaten, Soßen und Brotaufstrichen. Charakteristisch ist dabei der nussige Geschmack. Zur äußeren Pflege wird Hanfsamenöl bei Massageprodukten, Salben und Hautpfegecremes verwendet. Weitere Anwendungsgebiete sind technisches Öl, als Biokraftstoff oder Futterzusatz.

Inhaltsstoffe

Zu den wichtigsten Bestandteilen des Hanföls gehören ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure (Omega-6), Alpha-Linolensäure (Omega-3) und Gamma-Linolensäure (Omega-6). Darüber hinaus enthält Hanföl mittlere bis hohe Konzentrationen an Antioxidanzien des Vitamin-E-Komplexes und kleinere Mengen an verschiedenen anderen nützlichen oder essenziellen Bestandteilen (Phytosterole, Phospholipide, Karotin). Das Vorkommen an Gamma-Linolensäure und Stearidonsäure im Hanföl bietet über die günstige Zusammensetzung der Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure hinaus einen zusätzlichen Nutzen für Personen, bei denen die Umwandlung der beiden essenziellen Fettsäuren zu diesen höheren Fettsäuren durch genetische, ernährungsbedingte oder andere Lebensumstände nicht oder nicht in ausreichendem Umfang über den Stoffwechsel erfolgt.
Daher besteht der Wert des Hanföls in der einzigartigen Kombination eines nahezu idealen Fettsäurespektrums (Omega-6 zu Omega-3 etwa 3 zu 1) mit vielseitigen ernährungsphysiologischen Eigenschaften und dem Gehalt an Gamma-Linolensäure (2 bis 4 Prozent). [1]

  • Omega-3 Fettsäuren
  • Omega-6 Fettsäuren
  • Vitamin
  • E, B 1, B 2
  • Gamma-Linolensäure
  • Kalium
  • Mangan
  • Kalzium
  • Eisen
  • Phosphor
  • Natrium
  • Kupfer
  • Zink
 

Was ist Cannabisöl

Cannabisöl wir vor allem aus den Blüten der weibliche Pflanzen extrahiert. Die Zusammensetzung hängt stark von der Genetik der Sorte ab, beinhaltet aber häufig einen Mix aus Cannabinoiden und Terpenen. Sprechen wir von Cannabis, meinen wir das die Pflanzen einen hohen Anteil an Delta-9-Tetrahydrocannabinol – THC beinhalten. THC kann bei verschiedenen Menschen unterschiedliche wirken. Das hängt auch von der eingenommen Dosis, der Höhe der Konzentration und der seelischen und körperlichen Verfassung ab. THC wirkt:

  • psychoaktiv
  • beruhigend
  • schmerzlindernd
  • aufheiternd
  • muskelentspannend
  • antiepileptisch
  • appetitanregend
  • Fieber senkend
  • Augeninnendruck senkend
  • Bronchien erweiternd
  • Brechreiz hemmend

Aufgrund der psychoaktiven Wirkung können Cannabisblüten in den meisten europäischen Ländern nicht legal bezogen werden. Der Anbau von THC-reichen Sorten (über 0,2%) ist verboten. Seit 2016 können Cannabisblüten, z- Bsp. Bedrocan, in Deutschland auf Rezept verschrieben werden.

In einigen Publikationen wird Cannabisöl als Allheilmittel oder als wichtige Alternative zur Krebsbekämpfung beschrieben. So auch von Rick Simpson, der zahlreiche Bücher publiziert hat und weltweit Vorträge zu den Vorteilen seines Rick Simpson Öls hält. Diese Informationen sind mit Vorsicht zu behandeln.

Dr. med. Franjo Grotenhermen, Arzt, Buchautor und Geschäftsführer der International Association for Cannabinoid Medicines, hat sich in einem offenen Brief an Rick Simpson gewannt, um den teilweise wissenschaftlich nicht belegten Äußerungen widersprochen. Richtig ist, das Cannabisöl bei der krebsbegleitenden Therapien zur Schmerzlinderung oder zur Appetitanregung angewendet werden kann. Es bedarf weiterer Studien und das mit Sicherheit vorhandenen Potential von Cannabisöl belegen zu können.

 

CBD Öl

CBD Öle werden häufig aus den Blüten und Blättern von Nutzhanfsorten gewonnen. Besonders geeignet sind Sorten wie Kompolti, Futura 75, Felina 32 oder Fedora 17. Nutzhanfsorten sind in der europäischen Union zum Anbau freigegeben, da der THC Gehalt unter 0,2% liegt. Der CBD Gehalt dieser Genetiken kann 2-7% betragen, ausreichend um effizient CBD Extrakte herzustellen. Die gewonnenen Extrakte werden dann mit Trägerölen wie Olivenöl oder Hanfsamenöl vermischt und für die Anwendung veredelt. Neben CBD enthalten die Öle manchmal weitere Cannabinoide wie CBDA, CBC, CBG, und Terpene. Cannabidol kann aber auch synthetisch produziert und danach mit dem Trägeröl vermengt werden.

Im Gegensatz zum THC wirkt CBD nicht psychoaktiv und fällt daher nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Anwednung

Für folgende medizinische und therapeutische Anwendungen können CBD Extrakte eingesetzt werden:

  • Epilepsie, insbesondere Formen wie Dravet-Syndrom oder Angelman Syndrom
  • Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen
  • Schizophrenie
  • Psychosen
  • Entzündungen und gegen dadurch entstehende Schmerzen
  • Bewegungsstörungen
  • Zur Behandlung von Abhängigkeit von THC, Nikotin, Opiaten
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Zur Hemmung des Appetits
  • entspannend
  • muskelentspannend
  • bei Schlafstörungen
  • verbessert das allgemeine Wohlempfinden

CBD Öle werden als Nahrungergänzungsmittel, therapeutische Salben oder Kosmetikprodukte angeboten. In letzter Zeit wird der Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel von den zuständigen Organen der europäischen Kommission neu bewertet. Hintergrund ist, das CBD Produkte per Definition keine Nahrungsergänzungsmittel sind. Daher müssen sie erst noch als Nahrungsmittel zugelassen werden. Bestrebungen der Pharmaindustrie zielen auf den rezeptpflichtigen Verkauf von CBD Ölen.

 

Vollspektrum Hanföl

Als Vollspektrum Hanföl werden Öle bezeichnet, die das volle Spektrum der Inhaltsstoffe der Hanfpflanze beinhalten. Hierbei kommt es nicht eine speziellen Inhaltsstoff wie THC oder CBD an. Vielmehr birgt die Gesamtheit aller vorhandenen Cannabinoide und Terpene das therapeutische Potential, das die einzelnen Substanzen sich in Ihrer Wirkung ergänzen oder sogar potenzieren können. Dies wird auch als Entourage-Effekt bezeichnet.

Quellen:
[1] Grotenhermen, Franjo. Hanf als Medizin: Ein praxisorientierter Ratgeber (German Edition) . Nachtschatten Verlag.

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