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Cannabis als Medizin auf der Mary Jane Berlin

Die Verwendung von Cannabis in der Medizin war einer der Themenschwerpunkte der gerade zu Ende gegangen Hanfmesse „Mary Jane“ in Berlin. Insgesamt präsentierten sich über 150 nationale und internationale Aussteller aus den Bereichen „Grow“, „Seeds“, „Natur“, „Paraphernalia“, zahlreiche Medien und Organisationen.

Zu den Rennern der Messe zählten Cannabidiol – (CBD) Produkte, die an diversen Ständen verschiedener Hersteller vorgestellt wurden. Dazu gehörten die bekannten Anbieter wie Endoca mit CBD Ölen und CBD Kristallen, CBD Aktiva, Hempoland mit der Marke CannabiGold genauso wie E-Liquids von Harmony oder Hanf Liquid. CBD Produkte beinhalten keinerlei psychoaktive Substanzen und sind daher vollständig legal. Allerdings werden Sie nicht als Medikamente vertrieben sondern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Das Publikumsinteresse an diesen Produkten und generell am Thema Gesundheit war enorm, die Stände der Anbieter regelrecht umlagert.

Wer allerdings hoffte für ein bestimmtes Leiden eine fachgerechte Beratung zu erhalten, musste enttäuscht werden. Zum einen existieren zu vielen Krankheiten noch nicht genügend Studien, die sich mit der Wirkung von CBD befassen. Zum anderen können Händler und Produzenten nicht die Beratung von Ärzten und Apothekern ersetzen. Dies wäre einfach auch fahrlässig. Vor dem Kauf sollte man sich daher in einschlägigen Webseiten und Foren informieren, welches Produkt in welcher Dosis am besten für einen geeignet ist, um später einer Enttäuschung vorzubeugen.

Rick Simpson auf der Mary Jane Berlin 2017
Cannabis als Medizin - Mary Jane Berlin 2017
CBD Produkte

Parallel zur Messe fand ein Kongress statt, wo man aus einer Vielzahl von Vorträgen wählen konnte. Der Samstag widmete sich dem Thema „Hanf in der Medizin“. Zu den Highlights zählte der Vortrag von Dr. Franjo Grotenhermen, der per Scype zugeschaltet wurde. Dr. Franjo Grotenhermen ist Arzt, Autor zahlreicher Bücher und Geschäftsführer der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. In seinem Vortrag umriss er nochmal die zahlreichen Anwendungsgebiete für THC-haltige Medikamente und hob seine positive Erfahrungen bei der Behandlung seiner Patienten hervor. Dazu zählten auch positive Wirkungen bei Krankheiten, wofür es noch nicht genügend wissenschaftliche Studien gibt.

Für Patienten ist es zur Zeit nicht einfach in Deutschland einen Arzt zu finden, der ein Cannabisrezept ausstellen will. Laut Informationen seiner Webseite dauert es fast ein Jahr, einen Termin bei Dr. Grotenhermen zu bekommen. Ausgenommen sind Krebspatienten, die innerhalb weniger Tage einen Termin erhalten können.

Ein weitere Höhepunkt beim Kongress war der Vortrag von Hanfaktivist und Cannabisöl Promoter Rick Simpson. Das nach ihm benannte THC-haltige Rick Simpson Öl soll schon zahlreichen Patienten geholfen haben, ihre Leiden zu überwinden oder zu heilen. Spektakulär scheinen vor allem die Erfahrungen bei der Heilung von Krebs zu sein. Als weitere Anwendungsgebiete wurden Asthma, Angstzustände, Depressionen, Schlaflosigkeit, Entgiftung, Hautkrankheiten, Autismus und Glaukom genannt.

Seit 2017 ist die Verschreibung von THC-haltigen Medikamenten in Deutschland erlaubt. Auch wenn der Stand der Wissenschaft noch nicht im genügendem Maße die Wirkung bei vielen Krankheiten belegen kann, ist das stark steigende Interesse an dieser Alternativen Medizin ein Zeichen für den generellen Wandel hin zur vollständigen Legalisierung von Cannabis.

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