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Cannabisagentur

Mit dem am 10.03.2017 in Kraft getretenen Gesetz zur zur Verschreibung von Cannabisarzneimitteln hat der Gesetzgeber in Deutschland den Weg freigemacht, Cannabis zu medizinischen Zwecken anbauen zu können. Der Anbau soll von der Cannabisagentur organisiert werden.

Die Cannabisagentur ist ein Fachgebiet im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM. Sie soll den Anbau, die Ernte, Verarbeitung, Qualitätsprüfung, Lagerung, Verpackung sowie die Abgabe von Cannabis an Großhändler und Apotheker oder Hersteller kontrollieren. Die Cannabisagentur wird dafür Unternehmen beauftragen, die über ein europäisches Ausschreibungsverfahren sich bewerben können. Das Cannabis soll in Deutschland gezüchtet werden und ganz bestimmten Vorgaben und Standards entsprechen, die u.a. auch von der BfArM mitbestimmt wurden. Gute Karten haben Unternehmen, die bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der Herstellung von Cannabis für medizinische Zwecke haben. Deswegen werden es vermutlich deutsche Firmen schwerer haben, da in der Vergangenheit ja der Anbau von Cannabis verboten war.

Des weiteren wird die Cannabisagentur den Preis festlegen, zu dem das Cannabis an die Hersteller von Cannabisarzneimitteln abgegeben wird. 2021 und 2022 sollen bereits 2000 Tonnen Cannabis in Deutschland hergestellt werden. Dies würde ungefähr für die Versorgung von 5500 Patienten reichen. Der eigentliche Bedarf an Cannabismedikamenten sollte aber beträchtlich höher liegen. Der deutsche Hanfverband schätzt, das in Zukunft 500000-1 Millionen Patienten von Cannabisarzneimittel profitieren könnten. Zur Zeit beziehen ungefähr 1000 Patienten in Deutschland Cannabismedizin, die noch nach den alten Ausnahmereglungen dazu bemächtigt wurden.

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