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Im Internet kursieren zahlreiche Berichte über Patienten, die ihre Krebserkrankung durch Einnahme von Cannabis heilen konnten. Der kanadische Hanfaktivist Rick Simpson hat jahrelang THC-haltiges Cannabis Öl bedürftigen Kranken zur Verfügung gestellt. Bei Vielen, die das Simpson Öl einnahmen, soll sich einen signifikante Verbesserung eingestellt haben. Ist THC Öl das lang ersehnte Wundermittel? Oder handelt es sich bei Rick Simpson und einen Scharlatan, der mit seinen Büchern und Vorträgen zu Heilwirkung nur Geld verdienen will? Wie ist der aktuelle, wissenschaftliche Erkenntnisstand? Gibt es bereits Cannabis Medikamente, die zur Heilung von Krebstumoren eingesetzt werden können? Woher können sie bezogen werden?

Stand der Forschung

Bisher wurde zur Wirkung von Cannabis gegen Krebs nur Grundlagenforschung betrieben. Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Studien an Tieren oder mit im Labor gezüchteten Krebszellen durchgeführt. In vielen Studien konnte festgestellt werden, das Cannabinoide wachstumshemmend auf Krebszellen wirken können. Dabei werden verschiedene Mechanismen wirksam:

  • Auslösung des Zelltodes (Apotose)
  • Unterbrechung der Zellteilung
  • Verhinderung der Bildung neuer Blutgefäße in Tumoren
  • Reduzierung der Möglichkeiten von Krebszellen, Tochtergeschwülste im Körper zu bilden, indem die Zellen davon abgehalten werden, sich zu bewegen oder in Nachbargewebe einzudringen.
Manuel Gúzman

Manuel Guzmán (Madrid, 1963) forscht an der Universität Complutense in Madrid, Spanien zur molukularen Wirkungsweise von Cannabinoiden

Studien mit Tieren

Durch Versuche an Ratten oder Mäusen, denen verschiedene Cannabinoide verabreicht wurden, konnte die Wirkung auf folgende Tumore nachgewiesen werden: Hirnkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs, Krebs der Bauchspeicheldrüse, Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Hautkrebs, Leukämie, Mundkrebs, Neuroblastom, Plasmozytom (Multiples Myelom).

Die durch Tierversuche gewonnenen Ergebnisse können aber nicht ohne weiteres auf den Menschen angewandt werden. Krebs ist eine sehr heterogene Krankheit mit unterschiedlichen Arten, und bisher hat niemand eine ausreichend große Zahl von Patienten mit einer bestimmten Krebsart zusammengebracht, um die Auffassung unterstützen zu können, dass Cannabinoide bei diesem spezifischen Krebs wirksam sind.

Studien mit Menschen

2006 wurde eine Studie veröffentlicht, die mit 9 Gehirnkrebs-Patienten in Teneriffa, Spanien, durchgeführt wurde. Die Patienten waren zuvor erfolglos mit einer Standardtherapie (Operation und Strahlentherapie) behandelt worden. Ein Vergleich mit der Überlebenszeit in Pilotstudien mit anderen Medikamenten legt nahe, dass THC in dieser Studie für die Patienten von Nutzen war. Die Wissenschaftler stellten fest, dass THC zumindest „nicht das Tumorwachstum erleichterte und das Überleben der Patienten nicht verminderte“.

Der Hersteller GW Pharmaceuticals testete 2017 sein Cannabisextrakt Sativex in einer Studie mit 21 Patienten, die an einem Glioblastom litten, wobei ihr Überleben deutlich verlängert werden konnte.

Dr. med. Franjo Grotenhermen, einer der wenigen Ärzte in Deutschland, der Patienten Cannabisarzneimittel verschreibt, berichtet von einem Fall, wo Cannabis erfolgreich Hautkrebs heilte.

Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Uniklinik Rostock, fand heraus, dass Cannabidiol dem Körper dabei helfen kann, Krebszellen zu zerstören. Durch CBD wird das Protein ICAM 1 verstärkt ausgebildet, was wiederum dazu führt, das verstärkt körpereigene Killerzellen sich an die Oberfläche der Tumorzelle ansiedeln und diese zum „zerplatzen“ bringen.

Diese und andere neue Erkenntnisse sind vielversprechend, aber es müssen noch viele Antworten gefunden werden, bevor einen eindeutige Aussage zur Wirkungsweise von Cannabis bei Krebs gemacht werden kann.

Einsatz von Cannabis bei Krebstherapien

Unbestritten ist allerdings die positive Wirkung von Cannabispräparaten als Begleitung zur Strahlen- oder Chemotherapie. Cannabis hilft die auftretenden Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit zu lindern. Auch die „aufhellende“ Wirkung von THC kann eine positive Rolle spielen und der Allgemeinzustand des Patienten kann verbessert werden. ,

Dronabinol, Nabilon oder Sativex sind drei Präparate, die dazu in Deutschland verschrieben werden können.

Was ist Krebs

Krebs ist ein in einem umfassenden Sinn verwendeter Begriff für Krankheiten, in denen sich Zellen ohne Kontrolle teilen und im Allgemeinen in andere Gewebe eindringen können. Krebs ist nicht nur eine Erkrankung, sondern viele Erkrankungen: Mehr als 100 verschiedene Krebsarten werden von der Weltgesundheitsorganisation hinsichtlich ihrer feingeweblichen Charakteristika beschrieben und wahrscheinlich gibt es Hunderte, wenn nicht Tausende Krebsarten, wenn man sie hinsichtlich ihrer molekularen und genetischen Profile betrachtet.

Quellen:
Guzman M, Duarte MJ, Blazquez C, Ravina J, Rosa MC, Galve-Roperh I, Sanchez C, Velasco G, Gonzalez-Feria L. A pilot clinical study of Delta(9)-tetrahydrocannabinol in patients with recurrent glioblastoma multiforme. Br J Cancer, 27. Juni 2006 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]

Dr. Manuel Guzmán – Können Cannabinoide Krebs heilen?

Dr. med. Franjo Grotenhermen
THC und CBD bei Krebs: der aktuelle Stand der Wissenschaft

Wirksame Cannabinoide

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