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CBD-Öl und Antidepressiva – verträgt sich das?

CBD-Öl hat angstlösende, antidepressive und beruhigende Eigenschaften. Viele Menschen, die Antidepressiva gegen Depressionen oder Angststörungen einnehmen, spielen mit dem Gedanken, die chemischen Antidepressiva langfristig durch ein natürliches pflanzliches Mittel zu ersetzen. Doch die Angst vor Wechselwirkungen hält viele davon ab, CBD-Öl einmal auszuprobieren. Was ist da wirklich dran? Gibt es Wechselwirkungen zwischen Antidepressiva und CBD-Öl? Und falls ja, wie sehen diese aus und worauf sollte man achten? Dieser Artikel versucht, diese wichtigen Fragen zu beantworten.

 

Wechselwirkungen im Serotoninstoffwechsel

  • SSRI = Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer: z.B. Escitalopram, Sertralin etc.
  • SNRI = Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer: z.B. Venlafaxin
  • Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker: z.B. Tianeptin
  • Serotonin-Modulatoren: z.B. Trazodon

Wie die Wechselwirkungen jedoch im Detail aussehen, lässt sich nicht vorhersagen. Interessanterweise kann es sowohl zu Verstärkungen als auch zu Abschwächungen der Antidepressiva-Wirkung kommen.

Sind Wechselwirkungen zwischen CBD und Antidepressiva möglich? Ein eindeutiges Ja! Da CBD-Öl ebenso wie Antidepressiva den Serotoninstoffwechsel beeinflussen, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Folgende Arten von Antidepressiva sind besonders davon betroffen:

 

Die Rolle der Cytochrom-Familie P450

Medikamente werden bekannterweise vor allem in unserer Leber verstoffwechselt. Für den Abbau der allermeisten Antidepressiva benötigt die Leber hierzu sogenannte Enzyme, die zur Familie der P450-Cytochrome gehören. Eine detaillierte Beschreibung findest Du in diesem Artikel.
Die Funktion genau dieser Enzyme wird jedoch auch von CBD-Öl beeinflusst. Genauer gesagt hemmt CBD-Öl diese Enzyme. Die Folge ist, dass Antidepressiva durch die zusätzliche Einnahme von CBD-Öl langsamer abgebaut werden könnten. Der Spiegel der Antidepressiva steigt dann an, was zu stärkeren Nebenwirkungen, aber auch zu einer verstärkten Wirkung der Antidepressiva führen kann.
Natürlich hängt es davon ab, wie stark die Hemmung der Leberenzyme ausfällt und das ist wiederum von der CBD-Öl-Dosierung abhängig. Deswegen empfehle ich immer, bei Einnahme von Antidepressiva mit einer sehr geringen CBD-Öl-Dosis zu starten, z.B. mit 3×1 Tropfen 10%igem CBD-Öl und erst zu steigern, wenn man keine starken Wechselwirkungen (mehr) spürt.

 

Was tun, wenn Wechselwirkungen auftreten?

Selbst wenn Wechselwirkungen zwischen CBD und Antidepressiva auftreten, bedeutet das nicht, dass eine gleichzeitige parallele Einnahme von CBD und Antidepressiva nicht wirkt. Denn in den meisten Fällen fühlt es sich nur so an, als hätte man die Antidepressiva-Dosis ein wenig gesteigert. Die verstärkten Nebenwirkungen legen sich meist innerhalb einiger Tage wieder.
Wenn allerdings ganz untypische oder sehr starke Wechselwirkungen – in welcher Form auch immer – auftreten, solltest Du die Einnahme von CBD-Öl sicherheitshalber sofort stoppen.

 

Fazit

Wechselwirkungen zwischen CBD und Antidepressiva sind möglich. Das bedeutet aber nicht, dass man CBD und Antidepressiva nicht zusammen einnehmen könnte. Erfahrungen von Betroffenen, die beides einnehmen, zeigen, dass bei den meisten keine oder nur geringe Wechselwirkungen auftreten. Und meistens verschwinden diese Wechselwirkungen auch schnell wieder.
Mein Rat: mit einer kleinen Dosis beginnen, den Körper beobachten und langsam steigern.

Dieser Artikel entstand mit Hilfe von
Andreas Humbert
Vielen Dank!

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